Cloud Computing – die Evolution der Virtualisierung

Private, Public oder Hybrid – Cloud Computing wird zum bestimmenden IT-Thema

25.10.2010 | Autor / Redakteur: Martin Niemer / Andreas Donner

Die vCloud-API dient als Schnittstelle zur Bereitstellung virtueller Ressourcen und zum Zugriff auf diese in der Cloud.

„Die Cloud ist die neue Hardware.“ Dies hat VMwares CEO Paul Maritz jüngst erst wieder deutlich gemacht. Was er damit meint? Ob Private, Public oder Hybrid – Cloud Computing, die Entkoppelung der Anwendungen von der lokalen Infrastruktur, hat sehr schnell Differenzierungen erfahren und ist schon jetzt und erst recht für die Zukunft nicht mehr wegzudenken.

Erstmal grundsätzliches zur Unterscheidung: Die ursprüngliche Idee, Rechenleistung, Speicher und Applikationen von externen Anbietern zu beziehen, läuft unter dem Begriff externe oder Public Cloud. Wer im Server-based Computing Anwendungen von einer firmeneigenen Infrastruktur bezieht, ist Nutzer einer internen bzw. privaten Cloud.

Da wohl kaum ein Unternehmen in den nächsten Jahren auf ein reines Public Cloud Modell umsteigen wird, bei dem alle Applikationen von externen Dienstleistern bezogen würden, aber natürlich dennoch eine Reihe IT-Services von außerhalb bezieht , ist die Hybrid Cloud – die Kombination einer internen Cloud mit verschiedenen Public Clouds – mittelfristig das vorherrschende Cloud Computing Modell. Bei diesem Modell existieren Anwendungen, die an lokal vorhandene und dedizierte Infrastruktur gebunden sind, beispielsweise in Form von R/3-Servern, neben Elementen von Public Clouds.

Mit der richtigen technischen Grundlage ist es möglich, Anwendungen getrennt voneinander laufen zu lassen und somit abgestufte Sicherheitsstandards, Compliance-Vorgaben und Unternehmensrichtlinien auch in die Cloud zu transportieren. Die beiden grundlegenden Voraussetzungen für Cloud Computing – egal in welcher Form – sind Clustering und Virtualisierung.

So müssen erstens Ressourcen mehrerer physischer Rechner zusammengeschaltet als ein System erscheinen und zweitens ein System als mehrere Systeme erscheinen, denen je nach Bedarf Teil-Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. Virtualisierung als Fundament einer dynamischen Ressourcenoptimierung ist übrigens nicht nur die rein technische Grundlage für Cloud Computing, sie ist explizit auch psychologisch und empirisch-soziologisch von Bedeutung: Denn die Vertrautheit mit Virtualisierung und der damit neu gewonnen Freiheit ist Voraussetzung für eine Annäherung an Cloud Computing.

Nur ein Beispiel für diese logische Kette: In virtuellen Umgebungen gibt es nicht Rechenpower, Speicher und I/O-Breite nach Belieben, sondern nach Service Level Agreements. Nach genau diesen SLAs gibt es auch Leistungen in Clouds. Der zweite Schritt wäre ohne den ersten nicht denkbar gewesen.

weiter mit: Kumulus-, Schleier- oder Regenwolken – auf die Grundbestandteile kommt es an

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